Geschichtlicher Überblick

Gallo-romanische Festung

Das Gebiet des heutigen Saint-Pol war bereits in der Urgeschichte besiedelt, wie ein gut erhaltener Steingang belegt.

Funde zeugen von einer militärischen Präsenz der Römer im 3. Jh. Wie aus den ältesten Schriften hervorgeht, war der Ort von einem « Erdwall von beeindruckender Höhe » umgeben.

Bischofssitz

JPEGIm 6. Jh. steigt der Klostersitz zum Bistum auf, der neue Name lautet Kastell Paol. Der Ort dehnt sich nunmehr über die alte, enge gallo-römische Umwallung aus. Im 15. Jh. etabliert sich die Stadt als geistiges und kulturelles Zentrum der Region. Sie zählt zu jener Zeit 2.000 Einwohner. Der Hafen von Pempoul hatte seine Blütezeit erreicht. Befestigte Tore sollten der Stadt bis ins 18. Jh. Schutz bieten.

Im 18. Jh. wird die Architektur der Stadt durch das Wirken der Bischöfe des Léon nachhaltig geprägt. Der neue Bischofspalast wird 1706 fertiggestellt und 1750 vergrößert. Das ehemalige Großseminar stammt aus 1708, das Kollegium geht auf das Jahr 1788 zurück.

Die Französische Revolution

Mit der Revolution wird der Bischofssitz aufgelöst. Die Situation der Stadt, die ein Bistum, ein reiches Kapitel, ein Kollegium, drei Glaubensgemeinschaften, ein Rückzugshaus und 15 Pfrundhäuser verliert, wird als katastrophal beschrieben. Ein Jahrhundert des kulturellen und wirtschaftlichen Niedergangs bricht an... « Saint-Pol ist heute eine tote Stadt », schrieb Flaubert auf seiner Durchreise im Jahr 1847.

19. und 20. Jahrhundert

Der Bau der Eisenbahn im Jahr 1883 trägt erheblich zum Aufschwung des Gemüseanbaus bei. 1890 ist Saint-Pol der wichtigste Handelsplatz Frankreichs für die Ausfuhr von Gemüse. Gegen Ende des 20. Jh. ist Saint-Pol unangefochten die Hauptstadt des Gemüse produzierenden « Ceinture Dorée ».

MAJ 12 septembre 2014