Religiöse und weltliche Baukunst

Pfrundhaus

Diese prachtvolle Residenz aus dem 16. Jh. wurde von einem reichen kirchlichen Würdenträger errichtet, dessen Titel auch die Einhebung von Pfründen umfasste. Der Baustil wird als bretonische Renaissance bezeichnet.

Außen fällt eine ebenso findige wie gelungene Mischung an Dachelementen auf: An Kanten symbolisieren die Verzierungen mit einem Löwen und einem Drachen die Doppelzugehörigkeit des Hausherrn zur Stadt und zur Kirche - der Löwe ist das Emblem des Léon, der Drache eine Hommage an Saint-Paul Aurélien, den Namensheiligen der Stadt, der den Drachen vertrieb, der die Inselbewohner von Batz in Angst und Schrecken versetzt hatte.

Es finden das ganze Jahr über Kunstausstellungen in diesem einmaligen Rahmen statt.

  • Öffnungszeiten: Eintritt frei von Mittwoch bis Sonntag, 14.00-18.00 Uhr
  • Juli/August: täglich außer Mo 15.00-19.00 Uhr
    Auskünfte: 02 98 69 01 69

Chapelle du Kreisker


Nachdem Napoleon im Lager von Friedland 1807 per Dekret schon seine Zerstörung angeordnet hatte, konnte der „König“ unter den Kirchtürmen der Bretagne (14./15. Jh.) doch noch gerettet werden. Als Rechtfertigung wurde seine Rolle für die Seeschifffahrt ins Treffen geführt.

Mit seiner Höhe von 78m verleiht er der Stadt dauerhaften Stolz. Von der oberen Brüstung lässt sich bei klarem Wetter ein Blick auf ein Viertel aller Kirchtürme des Léon genießen.

Der Einfluss der normannischen (Saint-Pierre de Caen) und englischen Formen ist sehr deutlich zu erkennen. Das ganze Mittelalter über versammelte sich der Stadtrat in Ermangelung eines Gemeindehauses im inneren Saal des Kreisker.

Öffnungszeiten der Kapelle: Täglich von 10-12 Uhr und 14-18 Uhr.

Kathedrale

Die Kathedrale Saint-Paul Aurélien zeigt einerseits noch einzelne Überreste romanischer Baukunst und ist zum anderen ein Beweis für den prägenden Einfluss der normannischen Kunst auf die Architektur der Bretagne gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Die Westfassade mit ihren zwei Türmen und das Kirchenschiff aus Kalkstein („Calcaire de Caen“) verdeutlichen die Verwandtschaft von Baumaterial und Stil mit der Normandie. Das Querschiff und der Chorraum stammen aus der 2. Hälfte des 15. Jh. Der Chorumgang und die Kapelle wurden im 16. Jh. fertiggestellt.

Die Kathedrale ist täglich geöffnet. Gruppenbesichtigungen nach Voranmeldung.

Das Herrenhaus von Kéroulas


Diese großzügige Residenz wurde um 1550 von einem kirchlichen Würdenträger errichtet. Mit ihrem Umfang und dem Zierwerk besitzt sie alle Merkmale der herrschaftlichen Baukunst jener Zeit und ähnelt somit anderen großen Landsitzen im Léon.

MAJ 12. September 2014